Überlebensmarketing I
I


(Erstveröffentlichung: Oktober 2001)

Vor 6 Jahren haben wir den Artikel "Überlebensmarketing" gestreut. Es gab etwa 30 positive Zuschriften, die zum Mut gratulierten, es gab zwei oder drei Zuschriften, die mit zitierten Bibeltexten den "Spötter" der Strafe Gottes anheimgaben. Es gab viel Unverständnis, Kritik, meist aus zweiter Hand, die uns in die Nähe von Scientology rückte und uns der Religions- und Frauenfeindlichkeit bezichtigte.

Richtig auseinandergesetzt, Widersprüche aufgezeigt, mehr als ansatzweise die Logik des Geschriebenen nachvollzogen, gab es nicht.

"Ist es das, was Sie wirklich glauben?" werde ich an einem Vortrag für angehende Unternehmer gefragt. Das ist nicht Glaube, das ist Mathematik. Logik nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeitsrechnung und der Mengenlehre.

Wir hatten im letzten Blatt angesagt, dass wir ein professionelles Team auf die Beine stellen werden. Damals hatten wir jährlich 100'000 Euro dafür verplant. Das Ganze fiel flach, weil sich einfach keine Personen finden liessen, die bereit waren, die Hypothesen, die in dem Artikel aufgestellt wurden, zu widerlegen nach der Philosophie von Karl Popper: "Es ist die kreative Aufgabe der Wissenschaft, allgemeine Hypothesen aufzustellen und sie dann im Experiment zu prüfen; denn Hypothesen lassen sich zwar nicht bestätigen, aber widerlegen oder falsifizieren". Durch das Ausschalten von immer mehr Theorien erhöht sich dann die Wahrheitsähnlichkeit der überlebenden Theorie.

Ich selbst habe die Hypothesen von Kiss über die letzten 6 Jahre immer wieder geprüft und und habe keine Widersprüche gefunden. Auf dieser Grundlage wurden die Hypothesen auf andere Bereiche ausgedehnt um Erklärungen für gewisse nicht hinterfragte Zustände zu finden.

Wir haben über jeden neuen Befund Thesen oder Hypothesen aufgestellt, die bestätigt oder widerlegt werden sollen.

Die KELLER AG für Druckmesstechnik schreibt hiermit (Anmerkung der Red.: Anmeldefrist ist vorbei)

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10 Kiss-Preise von je 10'000 Euro aus
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für die besten Arbeiten zur Bestätigung oder Widerlegung einer These oder einer Gruppe von Thesen.

(M. Quine hat zu den Ausführungen von Popper eingewendet, dass sich empirisch übermittelte Beobachtungssätze nicht aus einzelnen Hypothesen ableiten lassen, sondern immer nur aus Hypothesen-Komplexen. Dem ist zuzustimmen. Jede These soll im Verbund mit den ganzen Denkansätzen überprüft werden).

In diesem Artikel werden also mehrere Thesen aufgestellt. Es werden die zehn besten Arbeiten über eine These oder einen Thesenkomplex mit einem Preis von 10'000 Euro ausgestattet. Wie erwähnt sollen die Thesen bestätigt oder widerlegt werden nach Popper. Die 10 besten Arbeiten sollen im Internet veröffentlicht, allenfalls in einem Buch zusammengefasst werden. Der Gewinner oder die Gewinnerin übergibt das Copyright dadurch der Firma KELLER. Allfällige Erträge gehen wieder in weitere Preise zum selben Zweck oder zu Veröffentlichungen.

Da sich viele vielleicht nicht an solche Komplexe heranwagen, sind auch einige Wettbewerbsfragen eingestreut, deren richtige Antworten ausgelost werden. Hierzu wurde ich angeregt durch die Aussage eines Ingenieurs, der bei dem Wettbewerb, wo es den Autor des Zweizeilers "Nur wer die Sehnsucht kennt, weiss, was ich leide" zu finden galt, meinte: "Sie glauben es nicht, Herr Keller, meine Tochter hat mit Ihrer Frage das ganze Gymnasium durcheinander gebracht".

Damit ist auch ausgedrückt, an wen sich diese Offensive richtet - an die Jugend! Sie sollte noch offener und gieriger sein, die "Wahrheit" zu erforschen.

Und sie richtet sich an die Kinder der Ingenieure. Die Ingenieure und Forscher sind ja die Helden der Nation. Sie haben ein Studium abgeschlossen, das die meisten anderen Akademiker gar nicht schaffen würden, um nachher nur etwa die Hälfte zu verdienen wie etwa ein Arzt oder Anwalt. Und sie sind die, die unseren Wohlstand sichern. Beklagt euch nicht! Ihr habt den Luxus des freien Denkens! Wie heisst es so schön: "Nichts ist so teuer wie Geld". Wenn ein Anwalt für einen Prozess zig-Millionen verdient, weil die Streitsummen Milliarden sind, so ist das ein Geschenk des Systems auf Kosten der Allgemeinheit. Und Geschenke machen ja bekanntlich blind. Und die Anwälte tun alles, um dieses System weiter zu stützen.

Ich bin mir auch bewusst, dass ich es mir nie leisten könnte, diese Messeblätter zu schreiben, wenn es nicht die Ingenieure wären, die über den Einsatz meiner Technologie entscheiden, ohne die die Manager, die von der Sache gar nichts verstehen, hilflos sind.

Übrigens, einen Auftrag über 0,5 Millionen jährlich haben wir nach dem ersten Messeblatt verloren "weil man so etwas über die Konkurrenz nicht schreibt". Ich fand es rührend, wie diese Leute Mitleid empfanden mit dem grossen Häuptling "Grosse Sonne" und einer seiner hundert Firmen den Auftrag zuschanzten.

Auch ist es nicht eine Frage der Sturheit, wenn KELLER sich aus einem Projekt sofort zurückzieht, falls irgend welche Schwarzgeldzahlungen angedeutet werden, oder dass KELLER noch keinen Franken an Fördergeldern kassiert hat und sich auch nicht aufregt, wenn die Konkurrenz eine halbe Kiste vom Staat erhält, um einen Prozess zu entwickeln, den wir schon 10 Jahre beherrschen. Das sind Geschenke, und die machen blind. Es ist alles eine Frage der Intelligenz, wie Sokrates es schon ausgedrückt hat, nach dem "Gerechtigkeit, Besonnenheit und Tapferkeit auf Grund von Wissen erlangt wird". Mit anderen Worten, es gibt keine guten oder schlechten Menschen, es gibt nur dumme oder intelligente. Der Dumme, der Betrüger, schadet sich selbst durch seine Handlungen am meisten, mehr als demjenigen, den er betrügt. Oder wie wir es ausdrücken: "Der Wettbewerb drückt nicht die Nase an die Scheibe, weil wir intelligent sind, sondern weil er dumm ist".

Noch eine Warnung an die Lehrer über ihr Verhalten, wenn die jungen Leute mit den Anliegen dieses Beitrages an sie herantreten. Ich weiss, wie schwer ihr es habt! Ein kürzlich erschienener Artikel in der Stuttgarter Zeitung vom 24.2.01 beschreibt die Klinik am Chiemsee, wo überlastete und erschöpfte Lehrer behandelt werden. "Ich träume davon, dass Schüler lernen wollen", heisst der Artikel. Vielleicht hilft euch dieser Artikel weiter. Ich verstehe die Jungen und Mädchen, dass sie den Quatsch, den wir lernen mussten, nicht mehr lernen wollen. Im Artikel wird mehrmals erwähnt, dass das System schuld sei. Wenn das System schuld ist, dann muss es analysiert werden. Das wäre eure Aufgabe. Der Artikel soll euch dazu anregen.

Auf dem Papier gibt es die Gedankenfreiheit. Faktisch könnten sie Repressionen ausgesetzt werden, wenn sie diese Gedanken fördern bei ihren Schülern! Sie werden als systemfeindlich aufgefasst. Und wenn ihr angegriffen werdet, argumentiert, dass diese Thesen unmöglich wahr sein können und dass die Schüler angetrieben werden, diese Thesen zu widerlegen.

Auch sollt ihr ein bisschen über euren Tellerrand gucken. Ich habe gelesen, dass Lehrer in Rumänien vier mal weniger verdienen als in Deutschland und dass die Abiturienten dort viel weiter sind in Mathematik als in Deutschland. Stellt die Aufgabe an die Schüler, wie lange es geht, bis Rumänien Deutschland technologisch überholt haben wird. Ihr werdet dann vielleicht auch euch selbst prüfen müssen, ob ihr euch mit euren Lohnforderungen nicht auch ins System habt einbinden lassen, dass ihr euren Idealismus dem Mammon geopfert habt.

Ein weiteres Vorkommnis hat diesen Artikel angeschoben: Der Schweizerische Nationalfond hat 14 Forschungsprojekte von total 90 Millionen Euro gesprochen. 13 Naturwissenschaftliche und ein Sozialwissenschaftliches. Die Geisteswissenschaften gingen leer aus, weil es keine geeigneten Projekte gab. Ein Hohn! Technologien haben wir mehr als genug. Sie sollen weiter gefördert werden, damit wir innerhalb der Industrienationen weiterhin in der ersten Liga mitmachen können. Der Abstand zu den Drittweltländern wird notgedrungen grösser. Mit dem muss man sich abfinden.

Jetzt aber geht es bei uns ans Eingemachte. Die Folgen der Klimakatastrophe sind unübersehbar. Der Wald geht kaputt und mit ihm die Welt. Wir kämpfen mit AIDS und BSE. Die Jugend ist orientierungslos, die Lehrer sind frustriert und werden depressiv - alles kein Grund, Ursachenforschung zu betreiben. Mit 90 Millionen Euro Forschung wäre da doch was zu machen.

Wir versuchen es hier mit bescheidenen 100'000 Euro, und keiner muss sich für das Projekt qualifizieren.


Überlebensmarketing II

Wir wollen den Inhalt des ersten Artikels nochmals kurz in Thesen zusammenfassen.

These 1:
Der Mensch ist das Produkt eines krankhaften Triebes, einer Droge, die sein Gehirn potenziert hat. Der Mensch hat ein krankes Hirn.

These 2:
Die Sprache ist kein Erzeugnis einer höheren Intelligenz, sondern ein notwendiger Ersatz für den Verlust der Fähigkeit, sich durch Gedankenübertragung zu verständigen.

Diese Thesen sind im Buch von Oskar Kiss "Am Anfang war das Ende" aufgestellt.

These 3:
Der Mensch ist nicht gut oder schlecht. Er ist auf das Überleben von sich und seiner Brut programmiert und er wählt die Taktik, die sein Überleben sichert. (Ausführungen dazu siehe 1. Artikel "Überlebensmarketing").

Am Schluss des Artikels haben wir mit Kiss die These aufgestellt, dass uns nur eines retten kann:

Denken, denken, denken

und möchten uns in diesem Artikel hauptsächlich mit dem Thema Denken und Intelligenz beschäftigen.

Hier möchte ich eine vielen Schweizern bekannte Geschichte voranstellen; die von Hans A. Pestalozzi. Er durchlief eine typische Schweizer Erfolgskarriere, Studium mit Doktorat der Betriebswirtschaft, Rang eines Majors in der Schweizer Milizarmee, durchgechecked auf linkes Gedankengut in Spezialkursen wie SKU, führt mit 45 Jahren das renommierte Zentrum für Management und neue Gedanken der Migros, dem grössten Schweizer Lebensmittelverteiler in Rüschlikon am Zürichsee.

An einem Vortrag an einer Provinzmittelschule rechnet Hans A. Pestalozzi die Energie vor, die in einem Becher Yoghurt steckt, der im Supermarkt gekauft wird und stellt dem den Energieaufwand gegenüber, wenn die Hausfrau die Milch vom Bauer oder Milchmann bezieht und das Yoghurt in einem Topf selbst züchtet. Klar, dass die Migros die alternativen Gedanken nicht in diese Richtung entwickelt haben wollte und machte Pestalozzi darauf aufmerksam, woher seine Brötchen kämen. Pestalozzi zeigt sich uneinsichtig, geht voll auf Konfrontation und wurde innert 6 Monaten gefeuert. Sein Institut hatte sich in der Zeit vom bestorganisierten zum "Chaos"-Zentrum entwickelt und Pestalozzi selbst wurde zum linken Systemfeind Nummer 1, der in Büchern und Fernsehauftritten unter anderem Thesen aufsetzte wie: "Alle Manager müssten abgeschafft werden". Wurde er in Interviews nach seiner Position im Militär und andern typischen Attributen Schweizer Erfolgsgeschichten befragt, tat er alles ab mit Jugendsünden. Persönlich forderte ich Herrn Pestalozzi auf, doch darüber nachzudenken, an was es liegen kann, dass ein so hochintelligenter Mann wie er bis ins reife Mannesalter von 45 Jahren so blind durchs Leben gehen konnte und eigentlich nur durch die berühmte Eichel der blinden Sau aufgeweckt wurde. Das interessierte ihn nicht. Die Konfrontation mit dem System, das verletzte Gerechtigkeitsgefühl liess ausser Rachegedanken keinem anderen ruhigen Gedanken mehr Platz.

In der Geschichte steckt alles: Wie perfekt unser Erziehungssystem ist und, wenn es Pannen gibt, wie leicht die Person durch das System in einen Zustand der Lächerlichkeit getrieben werden kann, man braucht sie nur genügend aufzustacheln. Positiv an Pestalozzi war ja, dass er sich gegen das System aufgelehnt hat, wobei man das auch wieder nicht überbewerten darf, hatte er doch mit seinen Büchern wie "Auf die Bäume, ihr Affen" eine Existenzgrundlage und Berühmtheit erlangt. Wäre ihm diese Möglichkeit nicht gegeben gewesen, so hätte er viel früher die Flügel gestreckt wie Millionen anderer unbekannter Soldaten auf dem Friedhof des verletzten Gerechtigkeitsgefühls und der freien Meinungsäusserung.

"Hans A. Pestalozzi, die Geschichte einer Schweizer Erziehung" kann man vielleicht nur als Schweizer nachvollziehen. Wir wollen hier unser Erziehungssystem analysieren, respektive feststellen versuchen, wie es dem System gelingt, dass wir so blind umherlaufen können.

Die Grundlage zur Bildung holt sich die geistige Elite jedes höheren Kulturkreises zwischen dem 13. und dem 20. Lebensjahr an der Mittelschule. Es ist die Zeit, wo der Urmensch in die Kunst des Jagens eingeführt wurde, da haben wir während Jahren wöchentlich 12 Stunden Latein und Griechisch gebüffelt. Was ist davon geblieben? Nichts, ausser dass man einmal vielleicht wie bei Franz Josef Strauss sagen kann, als dessen Sarg an den griechischen Statuen vor der Pinakothek vorbeigeführt wurde: "Wenn man bedenkt, dass der Verstorbene diese Dichter alle im Urtext gelesen hat".

Waren die alten Sprachen mit ihren Satzkonstruktionen fast wie Mathematik hervorragende Gedankenschulungen, holten wir unser Kulturverständnis im Deutschunterricht. Man muss, um die Wirkung der Werke auf unsere Jugendjahre zu ergründen, alle die einschlägigen Werke Schillers, Lessings und Goethes 40 Jahre später nochmals lesen.

Abgesehen von Goethes Faust kommt alles auf ziemlich schwachen Beinen daher. Goethes idealisiertes Frauenbild sowie die Schillersche Aufteilung zwischen gut und schlecht mutet heute naiv an. Sowas damals zu äussern wäre unvorstellbar gewesen, war der Kreis der toten Dichter doch eine homogene, wasserdichte Masse protestantisch liberalen Gedankengutes. Es wurde einfach überhaupt nichts in Frage gestellt. Auch die grossen Epen wie Illias, Odysse oder Niebelungenlied: liest man die heute nach mit ihren sinnlosen Gemetzeln wegen der betrogenen Ehre einer Frau, keiner hätte damals zu fragen gewagt, ob es Wert sei, auf dies als unsere Kultur stolz zu sein.

Interessanter fand ich damals die französische Literatur. Aus der katholischen Gottergebenheit direkt in den Atheismus eines Camus oder Sartre, das war ein Ausbruch aus dem Deutschtum und den Dogmen. "Es ist die Verantwortung den leidenden Mitmenschen gegenüber, die meinem Leben einen Sinn gibt", so Camus, der sich mit dem Arzt in dem Roman "Die Pest" identifiziert. Hier stand ein sozialer Gedanke dem egoistischen religiösen Lebenssinn, nämlich für die Ewigkeit Gott schauen zu dürfen, diametral entgegen.

Neue Blickpunkte öffneten sich im Philosophieunterricht. Der Professor, ein kleiner Mann mit hoher, nackter Stirn, über die sich die Haut wie Pergament zog, im Vatermörder (Stehkragen) mit Gilet, die linke Hand immer in der Hosentasche, fuchtelte er mit der rechten in der Luft herum, als suchte er etwas zu erhaschen aus dem Unerklärbaren, der Metaphysik. Dieser Professor stellte uns vor Sätze wie: "Gibt es die Willensfreiheit? Schopenhauer sagt, es gibt sie nicht."

Verdammt, da wurde uns Katholiken seit Jahren durch die Religion eingetrichtert, dass wir die Freiheit haben, das Leben so zu leben, dass wir in den Himmel oder in die Hölle kommen, und jetzt diese Frage. Für die Protestanten musste die Frage nicht fremd sein, lag das doch in Calvin's Prädestinationstheorie, die aber war uns Katholiken nicht bekannt. Wir unterschieden uns ja nur in der Anerkennung des Papstes und den Pfarrerstöchtern.

Gar nicht konfrontiert wurden wir mit dem Darwinismus, den Thesen über die Abstammung der Menschen, die schon hundert Jahre früher aufgestellt wurden und die damals schon seit 70 Jahren unbestritten waren.

Die Verbreitung der Darwinschen Theorien lag weder im Interesse der Protestanten noch der Katholiken. Dafür wurden wir mit den Mendelschen Kreuzungsversuchen an Bohnen eingehend konfrontiert, wobei wir diese als Katholiken schon als eine für einen Mönchen unpassende Beschäftigung empfanden, und, da von einem liberalen Professor vorgetragen, diese als Angriffe auf unsere Religionsgefühle werteten. Da die Versuche aber von einem Mönchen gemacht wurden, waren uns die Hände gebunden.

Rückwirkend gesehen waren das Nadelstiche der protestantischen Professoren gegen die Katholiken. Positiv war, dass diese Nadelstiche zum Denken anregten.

Mit meiner eigenen Geschichte und Pestalozzis, die bis zum zwanzigsten Lebensjahr ähnlich verlief, suchte ich nach Erklärungen für die Blindheit. Ich suchte in Pädagogikbüchern vergeblich nach Richtlinien, zu was wir einen Menschen erziehen wollen. In Firmen, die von Leitbildern für ihre Mitarbeiter sprachen, fragte ich vergeblich, wie denn diese Leitbilder definiert seien.

Dann stiess ich auf Emile Durkheim, der es Anfang des letzten Jahrhundert so formulierte: "Jede Gesellschaft macht sich ein gewisses Ideal vom Menschen. Dieses Ideal ist der Angelpunkt der Erziehung. Für jede Gesellschaft ist die Erziehung das Mittel, mit dem sie sich im Herzen des Kindes die wesentlichen Bedingungen ihrer (der Gesellschaft) Weiterexistenz vorbereitet." Dann schliesst er kurz zusammen: "Die Erziehung ist eine Sozialisierung der jungen Generation".

Die Thesen von Durkheim hätten uns eigentlich schon in der Mittelschule eingeleuchtet. Wenn ich mit meinem protestantischen Schulkollegen in Diskussionen, ob der Papst oder die Bibel die letzte Instanz sei, die geistigen Hörner abstiess und er nicht weiter kam, pflegte er zu sagen: "Ach Hannes, wenn Du in eine protestantische Wiege gelegt worden wärest, würdest Du jetzt Luther verteidigen und umgekehrt". Ich musste ihm Recht geben. Nur, dieses so klar zu formulieren wie Durkheim, davon waren wir weit entfernt noch wurden wir angehalten, darüber nachzudenken, noch wurden wir je mit Durkheim konfrontiert.

Wir schliessen diese Ausführungen ab mit folgenden Thesen:

These 4:

4a Der Mensch wird durch die Erziehung dazu geformt, die Gesellschaftsgruppe, in die er geboren wurde, zu verteidigen und zu stärken. Man gibt ihm einerseits ein WIR-Gefühl, das ist Religion, Klasse, Partei, meist eine Kombination von den Dreien, das ihm Identifikation und Sicherheit gibt. Zweitens eine Sammlung von Kulturwerten, Dichtern, Philosophen und Denkern, deren Infragestellung an Versessenheit grenzt, und drittens ein Feindbild.

4b Hatten wir in unserer hochentwickelten mitteleuropäischen Kultur das Feindbild in den Unterschieden von Religion, Klasse und Partei, lag beim Verlassen dieses Raumes das Spannungsfeld zwischen Kapitalismus und Kommunismus.

4c Zwischen den Spannungsfeldern sind hochverminte Sperrzonen. Der Mensch hütet sich, diese zu betreten, das heisst, über Widersprüche nachzudenken. Es könnte wie im Falle Pestalozzi seine Existenz bedrohen.

 

Ein neuer Typus Mensch wird gezüchtet

Im Gymnasium hat mich folgendes Phänomen schon stark beschäftigt: Einser-Schüler waren meist eher langweilige, sportlich unkoordinierte, für Frauen höchst unattraktive Typen. Meist verbrachten diese noch die freien Nachmittage, in denen wir auf Fussbälle eindroschen, mit Musikunterricht und Üben, was sie kulturell auf eine höhere Stufe setzte.

Hatte ich mich damals noch aufgeregt, dass das Klavierexperiment mit meiner älteren Schwester ein komplettes Fiasko war, so dass es bei den jüngeren Kindern nicht mehr versucht wurde, bin ich heute dankbar, dass ich meine Gehirnsynapsen nicht mit Notenkombinationen belegte, die auf die Motorik von 10 Fingern umgesetzt werden müssen, sondern eine natürliche Gesamtmotorik bewahren durfte und die Synapsen für das Denken frei blieben.

These 5:
Wir fördern eine Intelligenz, die dem Denken hinderlich ist. Wir fördern und bewundern die, die als wandelnde Lexika herumrotieren, die Wissen gut speichern und gleich wieder abrufen können, und die ihre Synapsen zusätzlich mit Tätigkeiten, die ihnen hohe Anerkennung in der Gesellschaft eintragen, belegen. Je mehr aber der Geist belegt ist, desto weniger lässt er Raum für freies Denken zu.

These 6:
Mussten in den grossen Epen und im Rittertum die Helden und Führer sich durch hohe Tapferkeit und körperliche und geistige Wohlgeformtheit auszeichnen - mens sana in corpore sano - wird heute in den Schulen der brav lernende hochgehalten, der mit seinen Leistungen meist ein Zukurzkommen der körperlichen Eigenschaften kompensiert.

 

Intelligenz wird durch das Training bestimmt

In meiner Zeit besuchten nur etwa 5 % der Schüler eine Mittelschule, aus einem Dorf wie dem, wo ich aufwuchs, meist nur die Söhne des Arztes oder des Pfarrers. Was wollte dieser Prolet, Sohn eines kaufmännischen Angestellten und einer Fleischerstochter? Ich dümpelte die ersten zwei Jahre am Gymnasium knapp über dem Minimum dahin und fühlte mich in der Notengebung in Fächern wie Deutsch und Geschichte stark benachteiligt auf Grund meiner Herkunft. Als dann die höhere Mathematik und Physik kam, war das, was für die meisten Anderen der Horror war, für mich einfach und logisch. Es gab auch nur noch "richtig" oder "falsch" in diesen Fächern. Hinzu kam, dass die Lehrer in diesen Fächern, die aus ähnlichen sozialen Verhältnissen kamen, mit Zynismus die Söhne und Töchter der besseren Gesellschaft, denen die Mathematik grosse Schwierigkeiten bereitete, erniedrigten. Die waren doch nicht "weniger intelligent" wie ich, sie hatten ihre Synapsen einfach falsch besetzt. Und dann bin ich den Lehrern, die mich schlecht beurteilten, dankbar, sonst wäre ich vielleicht auch gerne ihr Liebling geworden. Der Zynismus der Mathematiker entsprach auch mehr meinen Neigungen.

These 7:
Intelligenz wird dadurch bestimmt, wie der Geist eingesetzt und von jung auf gefördert wird. Die herrschende Klasse hat die einfache Klasse für dumm verschrien, was diese auch akzeptierte. Adoptierte Kinder, die in Akademikerfamilien aufwachsen, schaffen ein Universitätsstudium mit der gleichen Wahrscheinlichkeit wie die leiblichen Kinder der Familie.

These 8:
Männer haben nur ein minim grösseres Hirn als die Frauen. Das ist leicht erklärbar: Entwicklungsgeschichtlich haben sich die Männer durchgesetzt, die eben schlauer waren. Bei den Frauen war dies nicht unbedingt der Fall, sie hatten andere Eigenschaften, die ihr Überleben sicherten.

These 9:
"Blondinen sind doof". Vielleicht, sie brauchen ihr Gehirn nicht einzusetzen. Sie bekommen ja alles, was sie sich wünschen, ohne lange zu überlegen. Es sind die doofen, sexgesteuerten Männer, die das bewirken.

These 10:
Es gibt Kulturen wie das Judentum, welche ihren Kindern von Anfang an beibringen, dass sie ganz Spezielles leisten müssen, da sie es sich nicht leisten können, Mittelmass zu sein. Die Juden sind nicht intelligenter als die anderen, es ist dieser Erziehungsdruck, der die Jungen zu höheren Leistungen anspornt.



Philosophie

Erstaunt hat mich in der Mittelschule, welch unbedeutenden Raum die Philosophie eingenommen hat: 3 Semester 2 Lektionen die Woche. In alten Sprachen allein hatten wir 10 mal mehr Lektionen. In den Schriften Platons sind wir, mit Goethes Leitspruch im Hinterkopf - "Jeder sei auf seine Art ein Grieche, aber er sei's" - im Urtext an die Wurzeln der Kultur gelangt, ohne dass viel hängengeblieben wäre.

Taucht man heute in die Geschichte der Philosophie ein, fällt folgendes sofort auf: Es gab bei den Griechen, die uns am meisten beeinflusst haben, die verschiedensten Schulen und Philosophien. Sind in der Naturwissenschaft alle Erkenntnisse die Basis für weitere Erkenntnisse, so hat in der Philosophie jeder neue Meister den alten verschrien und bekämpft. Und jede Kultur hat sich aus dem "Potpurri" an Weisheiten das herausgenommen, was ihr ins Konzept respektive was in der Erziehung der Festigung des Einflusses einer Gesellschaftsklasse gedient hat: die Philosophie der Spartaner, der Stoiker, der Sophisten, der Platoniker oder der Epikuräer. Auch war es nicht etwa so, dass die Griechen, die ersten Demokraten, die Gedanken- oder Redefreiheit hochhielten. Sokrates musste den Shirlingsbecher trinken, weil ihm vorgeworfen wurde, dass er die Jugend verführe. Gedanken- und Redefreiheit galten auch im alten Griechenland nur, solange die herrschenden Interessen nicht tangiert wurden.

Man sagt, bei den Griechen erfolgte der Übergang vom Mythos zum Logos. Sie brachten uns das Argument, und das führte zum katastrophalen Einfluss der Sophisten. Die Wahrheit und die Gefolgschaft gehörte dem, der die besseren Argumente hatte. Wie die heutigen Motivationstrainer haben die Leute gegen Geld unterrichtet, wie man durch reden und argumentieren Einfluss in der Politik und Gesellschaft bekam.

Der berühmteste war Protagoras. Berühmt die Geschichte mit seinem Schüler Euathlon, der kein Geld für den Redekurs hatte und mit Protagoras abmachte, dass er ihn nach dem ersten gewonnenen Prozess bezahlen würde. Euathlon zog es vor, weiter nichts zu tun. Da verklagte ihn Protagoras mit dem Argument: "Wenn ich gewinne, musst du mir bezahlen, weil ich den Prozess gewonnen habe, wenn ich verliere musst du bezahlen, weil du den Prozess gewonnen hast".

"Ganz im Gegenteil", meinte Euathlon, "wenn ich verliere, muss ich nicht bezahlen, weil ich verloren habe, wenn ich gewinne, muss ich nicht bezahlen, weil ich gewonnen habe". Man fühlt sich in einen Gerichtssaal oder in eine Diskussion zwischen Politiker versetzt. Alle reden vom gleichen aber nicht vom selben. Das "weise" Volk jubelt dem zu, der den andern besser in die Pfanne hauen kann.

Es gibt keine Instanz oder Gruppe, die politische Standpunkte übergeordnet auf ihre Inhalte analysiert. Die heutigen Philosophen sind, ohne dass sie es merken, zu Alibi-Statisten verurteilt, die das Gebiet besetzen, ohne auch nur das Geringste zur Systemanalyse beizutragen und hoffen weiterhin mit Platon und Aristoteles auf eine bessere Welt. Dabei waren dies doch die Prototypen der Profilneurotiker, die nur an ihrem Einfluss festhielten und irgendwelches Gedankengut, das nicht ins Konzept passte, mit allen Mitteln bekämpften.

Platon liess Demokrit, der die Atomtheorie vertrat, in eine Klapsmühle einliefern. Aristoteles, der uns als der grösste Philosoph aller Zeiten angepriesen wird, weil er uns die Logik gebracht hat, und mit seinem Dreizeiler:

Prämisse 1: "Alle Menschen sind sterblich"

Prämisse 2: "Alle Könige sind Menschen"

Konklusion: "Alle Könige sind sterblich"

zum genialsten Mann der Geschichte gehievt wurde.

Aristoteles hat auch den Satz geprägt: "Leib ist Stoff, Seele ist Form" und tappt dann in die sexuelle Emotionsfalle mit seiner Aussage: "Das Weibchen ist gleichsam ein verstümmeltes Männchen und der Monatsfluss Samen, der aber nicht rein ist; denn es fehlt ihm nur noch eines, das Prinzip der Seele". Frau ist Stoff, Mann ist Seele. Dass er von den selben Eltern als weibliches Wesen das Licht der Welt hätte erblicken können, soweit reichte sein Denkvermögen nicht.

Luther drückte den gleichen Gedanken so aus: "Weiber, die aber fruchtbar sind, sind gesünder, reinlicher und lustiger, ob sie sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nicht, lass nur tot tragen, sie sind darum da" oder mit andern Worten: Das Weib wird durch den Samen geadelt, ihr Leben ist nur sinnvoll wenn sie schwanger sind, und darum sollen sie ihr Leben auch nicht sinnlos verbringen.

Konnten die Leiber der Weiber bei Aristoteles und Luther durch den männlichen Samen noch einem sinnvollen Zweck zugeführt werden, so ist für Goethe das Weibliche das Böse schlechthin. Mit seiner Lichttheorie, auf die er stolzer war als auf seine poetischen Werke, tritt er emotional bis hin zu persönlichen Angriffen gegen Newton und dessen Spektraltheorie an. Nach Goethe ist das weisse Licht, das Reine, das Männliche. Durch das Spektralglas kommt das Böse, das Weibliche dazu und zersetzt es. Wenn auch Platon Demokrit wegen seiner Atomtheorie in eine Klapsmühle stecken liess, muss man dem Recht geben, der auch gesagt hat: "Die Verrückten sind draussen, in der Klapsmühle die normalen".

Auch Philosophen bis zu der neueren Zeit hatten ihre Probleme mit den Frauen. Hegel spricht ihnen zwar Bildung zu, hält sie aber nicht geeignet für höhere Wissenschaften. Schopenhauers Aussage: "Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breithüftige und kurzbeinige Geschlecht das Schöne nennen, konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt", ist eher seinen gleichgeschlechtlichen Neigungen entsprungen als der Erkenntnis, Sexualität könnte die Triebfeder für viele Gedanken sein.

Darwin, der Autor der Entwicklungstheorie, nach der jedes Lebewesen die Eigenschaften für sich erworben hat, die sein Überleben sichern, verlässt, offenbar vom Geschlechtstrieb umnebelt, den Pfad seiner Logik wenn er sagt: "Ob tiefe Gedanken gefragt sind, Vernunft oder Phantasie oder einfach nur die Benutzung von Sinnen und Händen, der Mann wird eine höhere Überlegenheit erringen als die Frau". Dass die Frauen sich eben auch den Bedürfnissen des Überlebens angepasst haben, diesen logischen Schluss hat er auch nicht geschafft.

Nietzsche, die tragische Gestalt mit einem überaktiven Gehirn und einer unbewältigten Sexualität, fällt ins tiefe Mittelalter zurück mit seiner Aussage: "Alles am Weibe ist ein Rätsel, und alles am Weibe hat eine Lösung: Sie heisst Schwangerschaft".

Sigmund Freud, der die Sexualität als eigentliche Triebfeder entlarvt hat, äussert sich geradezu im Jargon der Blondinenwitze: "Wenn eine Jungfrau fällt, fällt sie auf den Rücken".

Ansonsten haben uns die Philosophen eigentlich überhaupt nichts übermittelt an Weisheiten. Auch nachdem die darwinschen Theorien schon lange bekannt waren, aus denen sein Schüler Hexley schloss: "Zwischen Mensch und Affe ist kein grösserer morphologischer Unterschied wie zwischen zwei Tierarten" - auch an diesen darwinschen Theorien vorbei haben die modernen Philosophen weiter Spiegelfechterei betrieben über Idee, Sein, Wahrnehmung, Sinne und Denken und haben Bibliotheken gefüllt und tausende von Jüngern gefunden.

Dass der Mensch ein pervertierter Affe ist oder sein könnte, das wollte nie ein bedeutender Philosophe als These überhaupt in Betracht ziehen oder es wird, wie Kiss, totgeschwiegen. Das heisst im Schluss: Nicht die Wahrheit regiert die Philosophie, sondern ob sie beim Menschen ankommt oder ins System passt.

Der Wahnsinn ist, dass wir in der aristotelischen Logik den Ursprung des Geschlechterkampfes und des Rassismus sehen müssen. Wenn dem Menschen suggeriert wird, dass er auf etwas stolz sein soll, für das er selbst überhaupt nichts getan hat oder dafür kann, wie Sex, Rasse, Schönheit oder Adel, und er dies akzeptiert, kann er konsequenterweise dazu verleitet werden, Menschen anderer Hautfarbe, Rasse oder Religion als minderwertig zu qualifizieren, obwohl der genausowenig dafür kann wie er selbst. Dass der Schwarze in der Haut des Weissen stecken könnte und umgekehrt, dies zu denken und daraus diese Schlüsse zu ziehen, hat keiner geschafft.

Was aber hat den Blick dieser grossen Geister so umnebelt? Die Angst vor der eigenen Sexualität, die Angst vor der Abhängigkeit von der Frau, die in Hass umschlägt und sie in gleichgeschlechtliche Beziehungen treibt wie unsere grossen Philosophen Sokrates, Platon und Aristoteles. Auch unser Kulturträger J. W. Goethe hatte seine liebe Not mit seiner Sexualität und seinem Meister Ispe, der ihn beherrschte und auch komplett irritierte.

 

Dazu zwei Geschichten und die 3 Wettbewerbsfragen:

A) Wer war der Meister Ispe?

B) Goethe wurde von einem älteren Adeligen mit einer schönen jungen Frau auf dessen Gut am Bodensee eingeladen. Die junge Frau schwärmte von Goethe. Der Adelige, der seine Frau liebte und ihr jeden Wunsch erfüllen wollte, bat Goethe, seine Frau zu beglücken. Das war zuviel für Goethe. Er verliess irritiert das Gut. Wie hiess der Adelige?

C) Goethe schwärmte von den Schriften eines Religionsgemeinschaftsgründer österreichischen Adels, der in Schlesien ein Gut hatte, wo er Vertriebene aufnahm und den Mut besass, zu seiner Sexualität zu stehen. Er war sehr sozial und homosexuell. Er prägte den Satz: "Sexualität darf nicht eingeschlossen werden, sonst pervertiert und explodiert sie. Aber Sexualität soll nur in der christlichen Liebe und in der Achtung des Partners stattfinden".

Frage: Wie hiess der Graf?

 

These 11:
Während es in den östlichen Religionen viele Philosophien gibt, bei denen die Sexualität als Quelle des höchsten Glücks und höchster Erkenntnis und Quelle der Kreativität gilt, hat sich das westliche Abendland auf eine absolut lust- und sexualfeindliche Philosophie kapriziert. Unsere Kulturträger sind sexuell pervertierte Wesen.


Der Zwiespalt zwischen Emotionen und Intellekt.

"Das Universum und die Dummheit der Menschen sind unendlich. Über das Universum bin ich mir noch nicht so ganz sicher"

soll Einstein gesagt haben. Dummheit ist im landläufigen Sinne das Gegenteil von Intelligenz. Nun muss man die Menschheit, die einen Mann auf den Mond schiesst und Gene entschlüsselt, als intelligent bezeichnen. Es ist hier offenbar eine andere "Nichtintelligenz" gemeint, und der wollen wir nachgehen.

Das Leben ist ein Zwiespalt zwischen Emotionen und Intellekt. Die sexuellen Emotionen haben den grossen Geistern den Kopf benebelt. Emotionen werden eingeschaltet, wenn es etwas zu erklären oder durchzusetzen gilt, das nicht logisch ist. Wenn wir dann mehrmals aufgrund von Emotionen in unlogische Schlüsse geführt werden, dann interessiert uns die Logik auch nicht mehr, sie könnte nur unsere Dummheit aufdecken. Schlussendlich kann man die Menschen in allen Bereichen verarschen, auch wenn gar keine Emotionsbeweggründe erkennbar sind.

So ein Beispiel war die These, das 20. Jahrhundert sei erst mit dem vollendeten Jahr 2000 vorbei gewesen. Die ganze Welt ist der einfachen Überlegung auf den Leim gegangen, von 0 bis 99 seien es nur 99 Jahre, das 100. Jahr sei das Jahr 2000 und niemand wusste, was nun Sache war. Ich sage es Ihnen, sonst fängt die Diskussion in 100 Jahren wieder von vorne an. Jede Jahrzahl mit 16 und zwei Ziffern wird dem 17. Jahrhundert zugeordnet. Das 17. Jahrhundert dauerte vom 1.1.1600 bis zum 31.12.1699. Man kann jetzt die Monate zwischen den beiden Daten zählen und durch 12 dividieren oder aus folgenden Überlegungen eine Gesetzmässigkeit ableiten: Das 1. Jahr ist das Jahr 1600, das 2. das Jahr 1601, das 3. das 1602, das 4. das Jahr 1603, das 100. das Jahr: ? Wettbewerbsfrage D.

Ist hier kein Emotionsgrund für die Verwirrung sichtbar, können in der Technik Emotionen durchaus eine Rolle spielen. Emotionen werden von Menschen ausgelöst und H. W. Keller hat das in der Branche zur Genüge getan. "So ein Trottel darf einfach nicht Recht haben" war die Argumentation und die wildesten Produkte wie zum Beispiel die Blechtechnologie von Valvo sind mit den doofsten Argumenten auf den Markt gekommen. Je mehr sich Keller über diesen Quatsch mokierte, umso mehr wurden die Emotionen angeheizt. In der Schweiz gab es ein staatlich gefördertes Programm für einen neuen Drucksensor, an dem viele namhaften Firmen mitmachten, ausser KELLER, obwohl die Firma damals schon die erste Geige spielte. Kein Problem für KELLER, je länger die in die falsche Richtung rannten, umso mehr weitete sich der Vorsprung für KELLER aus.

Wie die Gesellschaft heute durch AIDS oder BSE emotional manipuliert wird, ist schon fast tragisch für die Menschheit des 21. Jahrhunderts. Kaum hatten sich die sexuellen Sitten ein wenig gelockert, wurde einer halben Generation der Spass durch AIDS verdorben. Forscher, die darauf hinwiesen, dass es AIDS schon immer gab, die sich bereit erklärten, sich Blut von Aidskranken vor laufenden Fernsehkameras injizieren zu lassen, selbst Nachrichten, dass ausser einer Hand voll Bluter von den tausenden von aidsverseuchten Blutkonserven niemand angesteckt wurde, es will es niemand wissen und es denkt niemand nach.

Als die Sache anfing, hat "Der Spiegel" einen Artikel geschrieben über das Immunsystem. Das ist 15 Jahre her. Da wurde ein Homosexueller zitiert, der schon 17 mal mit Syphillis angesteckt wurde und 30 mal einen Tripper hatte und dies jedesmal mit Antibiotikabomben bekämpfte. Klar, dass sich da irgend ein Virus, den ein intaktes Immunsystem problemlos vernichtet, durchsetzen kann. Und wenn in Zeiten der grossen Hysterie der Zahnarzt nur noch mit Gummihandschuhen und Mundschutz arbeitet, hätte keiner die Frage verstanden, ob er auch schon 30 Antibiotikakuren hinter sich habe.

Noch grotesker wird es bei BSE. Mich beisst der Affe, wenn ein Politiker sagt, Tiermehl dürfe nicht einmal mehr als Dünger verwendet werden. Unsere Vorfahren waren auch Aasfresser. Sie haben Pflanzen gegessen von Orten, an denen Aase gelegen haben. Diejenigen, die von der Kreutzfeld Jakobschen Krankheit dadurch befallen wurden, hat die Natur durch Selektion schon längst eliminiert.

Nur weil sich die Natur an einigen sexuell pervertierten rächt, nur weil die Medizin nicht lebensfähiges Erbgut wie Frühgeburten mit allen Mitteln am Leben erhält, deren Widerstandsfähigkeit schon in den Isolierzellen zerstört wird und einige von denen dann mit AIDS oder BSE befallen werden, werden ganze Herden von Kühen sinnlos abgeschlachtet. Ein Inder hat mich darauf hingewiesen: "Ich weiss nicht, was schlimmer für uns ist, die Bilder der Holocaust-Opfer oder der Massenschlachtungen von Kühen, die uns heilig sind. Menschen können Schuld auf sich laden, Tiere nicht". Unendliche Schuld, in der Tat.

Dass durch diese Medizin ein rasanter Zerfall der Gene stattfindet, das ist Wissen, das den heutigen Jungen vorenthalten wird, respektive worauf sie in der Schule nicht hingewiesen werden. Dabei wäre dem Wissen heute so leicht beizukommen über das Internet.

Lesen Sie nur den Artikel über Kindersterblichkeit und Genzerfall: http://www.ngfg.com/texte/ae015.htm. (Anmerkung der Red.: Artikel nicht mehr abrufbar)

Da kommt Ihnen das Schaudern. Und es erklärt auch, warum die Arztkosten und die Arztneikosten immer weiter steigen werden, bis es unsere Volkssubstanz kostet.

Erinnern Sie sich an den Jungen mit dem Krebs im Auge, dessen Eltern aus religiösen Gründen einen operativen Eingriff zu verhindern versuchten, vom System durch die halbe Welt gehetzt wurden, und die von ihrem Guru schlussendlich die Erlaubnis bekamen, ihr Kind für die Operation freizugeben? Es hat mich sehr überrascht und wie immer, wenn etwas nicht erklärbar ist, suchte ich nach Erklärungen.

Einige von den Religionsführern müssen intuitiv gespürt haben, dass durch Bluttransfusionen und Operationen in die göttliche Selektion eingegriffen wird, dass diese ihre Defekte auf die nächste Generation übertragen und damit die Überlebensfähigkeit des Stammes reduzieren und haben dementsprechend solche Eingriffe verboten. Höchst intelligentes Überlebensmarketing.

Wir massen uns an, diese als primitiv zu verurteilen. Weit gefehlt! Der Guru hat zugestimmt, damit der Westen ihm nicht in seine Karten schauen kann. Sobald der Rummel vorbei ist, wird er das arme Kind aus der Religionsgemeinschaft ausschliessen und denen übergeben, die es retten wollten. Dort soll es den Niedergang beschleunigen durch die Weiterverbreitung von nicht überlebensfähigen Genen.

Und wir, wir müssen uns noch vorwerfen lassen, dass wir die Menschenrechte, nämlich die Religionsfreiheit, nicht respektieren. Und an die Adresse der Abtreibungsgegner: Die Argumentation, wir dürften nicht in den Plan Gottes eingreifen, solltet ihr auch auf die Medizin übertragen.

Ich verzichte darauf, hier Thesen aufzustellen. Es soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen über das, was Einstein gesagt hat. Schade, dass er mit seiner Intelligenz nicht versucht hat, Erklärungen zu finden.

Und obwohl hier keine Thesen aufgestellt werden, werden auch Arbeiten über diesen Bereich in die Kiss-Preise eingeschlossen.








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